Frisöre

Als Frisör sollte man den Menschen manchmal einfach nicht die Haare vom Kopf, sondern den Kopf vom Haar abschneiden.
(Dieser Satz zeigt, wie viel Spaß ich am Wortspiel habe, ohne dass es einen Sinn ergeben muss. Es verbirgt wie pseudo-moralisch das Geschriebene ist.)

Nicht schreiben (2)

Ich schreibe nicht, weil ich mich selbst nicht vergessen kann. Weil ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt bin, ist es mir unmöglich, das Andere zu sehen, ohne das jedes Schreiben zur endlosen Selbstreflexion wird. Das ausschließlich selbstreflexive Schreiben ist langweilig, weil es sich im Kreis dreht. Dieses Schreiben versucht, sich von diesem selbst zu lösen und das Ich, das zu lange am Anfang stand, wieder auszulöschen.
Aber wenn ich das hier schreibe, denke ich doch wieder: Es ist ehrlicher, das Ich wieder in meine Rede einzuführen und alles andere vorerst zu lassen. Es ist besser so, denn dann wissen die Lesenden, dass dort ein Subjekt spricht, ein Subjekt, das nur auf diese Weise zu einem Adressaten sprechen kann, weil es durch die Diskurse so geformt wurde. Das Ich spricht nicht, weil es darum weiß, dass es originell oder einzigartig ist, was es schreibt, sondern darum, weil es weiß, dass es durch das Schreiben ein anderes ist. Das Ich schreibt, weil es um seine Andersartigkeit weiß und weil es nicht möchte, das die Anderen in ihrer Andersartigkeit so sind  wie es selbst. Die Andersartigkeit soll erhalten bleiben. Schon um die Andren nicht mit in das Unglück des Andersseins zu stürzen.

Nichts erwarten (1)

Ich erwarte nichts mehr als das Schlimmste, was allenfalls noch durch einen unglaublich seltenen glücklichen Zufall (einen Lottogewinn o.ä.) abgewendet werden kann. Schade, dass ich kein Lotto spiele.

Nicht lesen

Ich lese nicht mehr… Ich lese nicht mehr, weil ich, wenn ich ans Lesen denke, nur an „ich müsste das und das unbedingt einmal lesen“, „ich sollte das mal in Angriff nehmen“ denke (wie absurd diese Formulierung ist!). Wie ein trotziges Kind stemme ich mich dagegen und weiß dabei nicht, ob es aus Desinteresse, Lethargie oder tatsächlich aus Trotz geschieht. Dem Klischee nach hat jemand, der nicht mehr liest, auch sein Recht auf literarisches Schreiben verwirkt.

Nicht schreiben (1)

Schreiben. Ich kann nur kurze Texte schreiben. Kurze Texte, weil mit der lange Atem fehlt. Und woher soll man denn den langen Atem nehmen, wenn die Angst die Luft abschnürt?