{"id":74,"date":"2007-02-02T08:44:12","date_gmt":"2007-02-02T06:44:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/?p=74"},"modified":"2010-02-23T20:55:59","modified_gmt":"2010-02-23T18:55:59","slug":"die-locher-in-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/?p=74","title":{"rendered":"Die L\u00f6cher in der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Das Unbeschriebene, Unbekannte erscheint uns wie ein gro\u00dfes offenes Loch, ein Spalt, aus dem das Schreckliche des Todes zu str\u00f6men droht. Durch Beschreibung und Bedeutung versuchen wir das Loch zu b\u00e4ndigen, in der Hoffnung, dass die Dichtung, die Pfropfung durch Bezeichnung, h\u00e4lt, sich verfestigt und sich niemals aufl\u00f6st oder por\u00f6s wird.<\/p>\n<p>Es kann keine \u00d6ffnung (nichts Offenes) sein, die nicht geschlossen sein soll, in die nicht hineingesteckt wird.<\/p>\n<p>Wie seltsam, dass wir ein Loch nur denken k\u00f6nnen, weil etwas fehlt, etwas sich der Bezeichnung widersetzt. Ein echtes Loch ist dunkel und offenbart nichts von dem, was dahinter steckt, es liegt meist in der Dunkelheit. Der Gedanke an ein Loch kann nur deshalb sein, weil wir annehmen, dass etwas seiner Vollst\u00e4ndigkeit, seinem &#8220;eigentlichen&#8221; Zustand beraubt wurde. Nur wenn wir das m\u00f6gliche Denken des Menschen eliminieren w\u00fcrden, nnten wir das denken, was dort ist, ohne ihm einen Namen zu geben (&#8220;Loch&#8221;\/&#8221;Spalt&#8221;). Vielleicht ist diese denkbare Welt ein &#8220;Unspalt&#8221;, ein &#8220;Unriss&#8221;, ein &#8220;Unloch&#8221; in einer Gegenwelt, die nicht positiv ist und die in eine Welt f\u00fchrt, in der alles, was man bezeichnen k\u00f6nnte, die Vorsilbe &#8220;Un-&#8221; mit sich tragen m\u00fcsste. Die Bezeichnung von etwas, das nicht da ist und was sich nur erahnen l\u00e4sst, mit einem &#8220;Un-&#8221; ist nat\u00fcrlich schon eine Bezeichnung und eine Art des Ausweichens, die es dem bedeutungszuweisenden Denken erm\u00f6glicht, sich \u00fcberhaupt als positives Denken zu konstituieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Unbeschriebene, Unbekannte erscheint uns wie ein gro\u00dfes offenes Loch, ein Spalt, aus dem das Schreckliche des Todes zu str\u00f6men droht. Durch Beschreibung und Bedeutung versuchen wir das Loch zu b\u00e4ndigen, in der Hoffnung, dass die Dichtung, die Pfropfung durch Bezeichnung, h\u00e4lt, sich verfestigt und sich niemals aufl\u00f6st oder por\u00f6s wird. Es kann keine \u00d6ffnung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=74"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=74"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=74"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=74"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}