{"id":19,"date":"2005-03-04T00:31:30","date_gmt":"2005-03-03T22:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/?p=19"},"modified":"2005-03-04T00:31:30","modified_gmt":"2005-03-03T22:31:30","slug":"leben-im-rausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/?p=19","title":{"rendered":"Leben im Rausch"},"content":{"rendered":"<p>Das Leben rauscht manchmal tats\u00c3\u00a4chlich an einem vorbei. Es m\u00c3\u00b6chte heranrauschen, dieses Leben, das ich zum Subjekt dieses Satzes gemacht habe. Aber nicht das \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ere Leben rauscht, es ist ganz klar. Nur die eigene Wahrnehmung ist verrauscht, zeitlos. Ich habe keine Zeit, obwohl die Zeit hin und wieder stehen geblieben zu sein scheint. Die Zeit zerrinnt, zerrauscht. Ich rausche. Dieses Rauschen ist keines, das man vielleicht aus den Dichtungen Gottfried Benns kennen k\u00c3\u00b6nnte. Es auch nicht die \u00e2\u20ac\u017eheilige\u00e2\u20ac\u0153, innere Erfahrung der Subjektivit\u00c3\u00a4t. Nicht die Aufl\u00c3\u00b6sung von Au\u00c3\u0178en und Innen, sondern ein Zustand der Vergessenheit (man m\u00c3\u00bcsste ja \u00e2\u20ac\u201c der Redlichkeit halber &#8211; Worte wie \u00e2\u20ac\u017eVergessenheit\u00e2\u20ac\u0153 bei Heidegger nachschlagen, wenn man solche Begriffe leichtfertig gebraucht). Ich vergesse meine Existenz und ich vergesse das Au\u00c3\u0178en, hin und wieder erlebt man ein Zur\u00c3\u00bcckfallen, einen R\u00c3\u00bcckfall in die K\u00c3\u00a4lte, den Schnee, man denkt an die Heizrechnung usw. Diesen R\u00c3\u00bcckfall erlebt man als einen Schock, der die teilnahmslose Einsamkeit bedroht, dieses selbstbez\u00c3\u00bcgliche Leben und Schreiben im Rausch ohne Spektakel oder wirkliche Kontemplation. Ist das ein Vorbote der Leichenstarre? Oder ein Zeichen f\u00c3\u00bcr Arroganz: Ich will mit der Art von Leben, die mir hier angeboten wird, nichts zu tun haben. Es ist der Zustand der be\u00c3\u00a4ngstigenden, machtlosen Berauschung. Einkehr ohne Selbsterforschung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben rauscht manchmal tats\u00c3\u00a4chlich an einem vorbei. Es m\u00c3\u00b6chte heranrauschen, dieses Leben, das ich zum Subjekt dieses Satzes gemacht habe. Aber nicht das \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ere Leben rauscht, es ist ganz klar. Nur die eigene Wahrnehmung ist verrauscht, zeitlos. Ich habe keine Zeit, obwohl die Zeit hin und wieder stehen geblieben zu sein scheint. Die Zeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-grenze.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}