Über Marc C. Jäger:

"Die, die am meisten über Individualität sprechen, sind diejenigen, die gegen Abweichung am meisten einzuwenden haben."

(Andy Warhol)

Anmerkung: Die folgende Beschreibung ist schon etwa drei Jahre alt und trifft in vielen Punkten nicht mehr zu. Mittlerweile habe ich z. B. mein Studium erfolgreich abgeschlossen. Außerdem finde ich die Art der Darstellung und den Stil nicht mehr besonders passend. Ich denke man sollte sich einfach die Mühe machen, mich persönlich kennenzulernen, wenn man das gerne möchte. Für Neugiere oder Interessierte lasse ich aber den alten Text stehen:


Marc C. Jäger ist eigentlich ein - in jedem Sinne - unbeschreiblicher Mensch, den die wuchernden Diskurse und anderen Machtstrategien vermutlich folgendermaßen geformt haben (wenn das nicht alles gelogen oder ernstlicher Irrtum ist!):

Der Alltag des ernsthaften Marc C. Jäger gestaltet sich so:

Er ist im Jahr 1973 geboren und lebt heute inmitten der hessischen Provinzstadt Gießen. In derselben Stadt studiert er deutsche und englische Literatur- sowie Politikwissenschaften. Dabei interessiert er sich vor allem für philosophisch-theoretische Themen wie Sprachphilosophie, postmoderne politische Theorien (d. h. Kritische Theorie und Poststrukturalismus), Ästhetik und Literaturtheorie. Seine Liebe gehört vordringlich der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts: Ingeborg Bachmann, Franz Kafka, Paul Celan und Hugo von Hofmannsthal weckten früh seine Begeisterung für Literatur und Sprache. Die Verzweiflung dieser Autoren über die beschränkten Ausdrucksmöglichkeiten, die uns die Sprache des Alltags läßt, findet sich in ihren Werken immer wieder.

Michel Foucault Paul Celan



ShanghaiOperaMarc C. Jäger schreibt selbst Erzählungen und Gedichte, er hält Vorträge über poststrukturalistische Philosophie (Michel Foucault, Jacques Derrida) und Widerstandsmöglichkeiten in einer Lebenswelt, die kaum noch Freiräume für selbständiges Denken oder für neue Formen von Identität zuläßt. Die Person, von der hier die Rede ist, arbeitet auch für die Gießener Literaturzeitschrift "SHANGHAI Opera", die lokale Autoren vorstellen möchte, ohne das überregionale Kulturgeschehen aus den Augen zu verlieren. Nebenbei erwirbt er sich ein kleine Barschaft durch die Tätigkeit in der Fachbereichsbibliothek der Gesellschaftswissenschaften.










Der Alltag des unernsthaften Marc C. Jäger gestaltet sich so:



Helge von mir gemaltChristoph Schlingensief Das Individuum kann über Helge Schneider, Flann O´Brien und gelegentlich sich selbst lachen. Es schläft gerne und ausdauernd, haßt Sport und hört bevorzugt alle letztmöglichen Arten von Musik. Sein Temperament ist von Zeit zu Zeit von bittersüßer Schwarzgalligkeit befallen. Es kämpft darum, nicht auf eine banale Identität (z. B. als "Langhaariger", "Gruftie", "Heavy" oder sonstiges) festgelegt zu werden und stößt bei seiner Suche nach neuen Möglichkeiten und Existenzweisen oftmals auf beißende Gegenreaktionen.




Das Individuum, das sich weigert eine Selbstbeschreibung zu geben, wurde dabei beobachtet, daß es in Gesprächen Christoph Schlingensiefs (siehe Essay der Studienarbeit) Aktionen gutheißt und den Klängen der Musikformation Type O Negative oder der isländischen Sängerin Björk lauscht. Früher hatte es zudem bei verschiedenen Musikzeitschriften gearbeitet. Als Nachtmensch ist es wiederholt in Kneipen und dunklen Tanzlokalen anzufinden. Es liest gerne und viel (aber niemals genug). Darüber hinaus hat es auch in einer Musikkapelle, die niemals einen Namen trug (das scheint symptomatisch für diesen Menschen zu sein) Schlagzeug gespielt. Manchmal hält es einen Fotoapparat in den Händen, dann schreibt es wieder von Dingen und Un-Dingen oder trifft sich mit ähnlich Gesinnten. Marc C. Jäger wurde auch schon in Holland gesichtet, wo er tagelang sein Zelt aufschlug. Er hört Menschen, die etwas zu sagen haben,aufmerksam zu; schweigt auch gerne. Unaufrichtigkeit, Verläumdung und Geschwätz sind diesem menschlichen Körper lästig, quälen und reizen ihn.


Type O Negative-Mauer in der Nähe der RoFa Ludwigsburg Foto von Type O, das ich selbst einmal geschossen habe. Siehe auch in den Galerien dieser SeiteDas ist mein altes SchlagzeugIn Australien gibt es tatsächlich einen Comic-Helden, der 'Marc Jäger' heißt. Ungelogen!

Es freut sich über Menschen, die sich auf seine Denkweise am Rande des Wahnsinns (oder dessen, was man aktuell gerade dafür hält) einlassen.






"Der moderne Mensch ist für Baudelaire nicht derjenige, der sich auf die Entdeckung seiner selbst begibt, seiner Geheimnisse, seiner versteckten Wahrheit; sondern der, der sich selbst zu erfinden versucht. Dies ist keine Modernität der "Befreiung des Menschen zu seinem eigenen Sein"; sie zwingt ihn, sich der Aufgabe der Ausarbeitung seiner selbst zu stellen. [...] Die kritische Ontologie unserer selbst darf beileibe nicht als eine Theorie, eine Doktrin betrachtet werden, auch nicht als ständig akkumulierter Korpus von Wissen; sie muß als Haltung vorgestellt werden, ein Ethos, ein philosophisches Leben, in dem die Kritik dessen, was wir sind, zugleich die historische Analyse der uns gegebenen Grenzen ist und eine Möglichkeit ihrer Überschreitung."
(Michel Foucault, "Was ist Aufklärung?")


Ingeborg Bachmann"Denn bei allem, was wir tun, denken und fühlen, möchten wir manchmal bis zum Äußersten gehen. Der Wunsch wird in uns wach, die Grenzen zu überschreiten, die uns gesetzt sind. [...] Es ist auch mir gewiß, daß wir in der Ordnung bleiben müssen, daß es den Austritt aus der Gesellschaft nicht gibt und wir uns aneinander prüfen müssen. Innerhalb der Grenzen haben wir den Blick gerichtet auf das Vollkommene, das Unmögliche, Unerreichbare, sei es der Liebe, der Freiheit oder jeder reinen Größe. Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten."


(Ingeborg Bachmann, "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar")





Jan Brähler
Diese Homepage wurde von Jan Brähler entworfen und mitgestaltet. Seit Juni 2002 versucht Marc es selbst.
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