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 Titel  "Kairo-Virus 100"
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 URL  http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2011/07/18/kairo-vi ...
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 Datum  08-31-2011
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Höge, Helmut: "Kairo-Virus 100". In: taz (Blog), 18.07.2011.

Schlagwörter:
Iran, Comeini, Khomeini, Chomeini, Michel Foucault, Revolution, Ägypten, Revolte, Aufstand

Auszug:
"Die jetzigen arabischen Bürgerkriege, wenn es denn nicht ganze Volksaufstände gegen verbrecherische Regime sind, bringen zwar auch „erhabene Erscheinungsweisen“ hervor, aber in ihrer zunehmenden Brutalität, vor allem im Jemen, in Syrien und Libyen, alles andere als unserem „Geschmack entsprechend“. Westliche Beobachter stören sich daneben vor allem an der anhaltenden Dominanz des islamischen Glaubens, den auch viele arabische Intellektuelle in seiner politisierten Form, die er nach dem Scheitern des panarabischen Sozialismus von Gama Abdel Nasser annahm, als dogmatisch erstarrt und unfruchtbar begreifen.

Hierzulande denkt man dabei an die „islamische Revolution“ im Iran, wie sie nach dem siegreichen Aufstand gegen das Schahregime von Ayatollah Chomeini proklamiert wurde.

Bevor sich dessen Mullahregime etablieren konnte, gab es im Westen viele Sympathisanten dieser Revolution, u.a. Michel Foucault, der Chomeinis Kampf zur Politisierung der “Strukturen” im Iran, “die auf unlösbare Weise zugleich sozialer und religiöser Natur sind,” , “eindrucksvoll” fand, wie er schrieb.

Aber wenig später – Mitte 1979 – kritisierte er bereits den von Chomeini mit der Regierungsbildung beauftragten Mehdi Basargan in einem Brief, in dem es u.a. hieß: “Schon das Wort Staat genügt, um unsere Wachsamkeit zu wecken.”

In der Textsammlung „Kritik des Regierens“ schreibt Foucault: “In der Geschichte eines Volkes ist nichts bedeutsamer als die seltenen Augenblicke, in denen es sich erhebt, um ein nicht mehr erträgliches Regime zu stürzen. Erhebungen gehören zur Geschichte, aber in gewisser Weise entgehen sie der Geschichte. Für den Menschen, der sich erhebt, gibt es letztliche keine Erklärung. Weil Erhebungen gleichermaßen in der Geschichte und ‘außerhalb der Geschichte’ stehen und weil es für alle um Leben und Tod geht, wird verständlich, warum sie ihren Ausdruck so oft in religiösen Formen finden. Einem Menschen, der sein Leben gegen eine Macht setzt, kann man keine Vorschriften machen.”

Foucault wie auch viele andere französische Linke aus der Nachkriegsgeneration waren vom Widerstand und von Aufständen existentialistisch begeistert. Albert Camus’ Essay: „Der Mensch in der Revolte“ hatte diese „Philosophie“ 1951 auf den Merksatz gebracht: „Ich revoltiere also sind wir!“"


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